Journalismus als „wertkritisch“ modernisierter Antiimperialismus

Zu Tomasz Konicz

Die Kofferträger Xi Jingpings. Von links nach rechts:
Sevim Dağdelen, Christian Y. Schmidt, Tomasz Konicz.

Tomasz Konicz ist einer der journalistisch aktivsten Ideologen der Neuen Bourgeoisie, welcher sich Marx‘ Ausspruch, wonach Journalist zu sein heißt, dass man ständig über Dinge schreiben muss, von denen man keine Ahnung hat, zur Maxime gemacht hat. Politisch vertritt Konicz einen „wertkritisch“ modernisierten, soziologisch aufgeputzten Antiimperialismus, der hinsichtlich der entscheidenden geopolitischen Konflikten unserer Epoche indifferent bleibt. Damit ergreift er objektiv, und in weiten Teilen auch subjektiv, Partei für das globale Lager der Konterrevolution. Konicz‘ Propaganda zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie perfiderweise in der Form einer vermeintlich ultralinken Kritik der Neuen Bourgeoisie daherkommt. Tatsächlich handelt es sich dabei allerdings nur um eine Scheinkritik, die letztlich auf eine mehr oder weniger indirekte Apologie der beiden Hauptmächte der globalen Konterrevolution, China und Russland, hinausläuft. Das zeigt sich insbesondere an einem kürzlich von Konicz veröffentlichten Artikel mit dem Titel „China und die Unmöglichkeit nachholender Modernisierung“, der nicht zufällig auf dem Blog der bourgeoissozialistischen Monatszeitung für „alternativen Wirtschaftsjournalismus“ OXI erschienen ist, die dem einstigen SED-Propagandablatt „Neues Deutschland“ beiliegt (vgl. https://oxiblog.de/klimakrise-und-china/). Die rasante staatskapitalistische Entwicklung Chinas soll laut Konicz die „Unmöglichkeit nachholender Modernisierung“ beweisen. Tatsächlich ist es dem von Konicz am journalistischen Fließband produzierten Antiimperialismus nicht möglich, die sogenannte „nachholende Modernisierung“ zu begreifen, ohne von der Vorstellung ablassen zu können, dass der von den USA angeführte Block der ökonomisch vorwiegend privatkapitalistisch und politisch hauptsächlich bürgerlich-demokratisch verfassten Staaten der Hauptfeind ist, der die bestehenden Verhältnisse auf der Welt in letzter Instanz zu verantworten habe und daher beseitigt werden müsse.

Die Behauptung der Unmöglichkeit einer nachholenden Modernisierung stammt ursprünglich aus der sogenannten „Dependenztheorie“, die ab den 1960er Jahren vor allem von den Bourgeoissozialisten Lateinamerikas, aber auch dem professoralen Nachwuchs westlicher Bourgeoissozialisten entwickelt wurde. Inhaltlich ist die Dependenztheorie eine modernisierte und zugleich theoretisch weiter verflachte Version von Lenins Imperialismustheorie, die ihrerseits eine vulgärsozialistische Verflachung und Entwendung der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie darstellt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse in den kapitalistisch unterentwickelten Ländern werden in dieser Theorie weder konkret untersucht noch haben sie ihr zufolge eine Relevanz für die Erklärung des Zustands dieser Länder. Stattdessen wird eine neostalinistische Variante des Konzepts des „Sozialismus in einem Land“ vertreten, wonach sich die jeweiligen nationalen Gesamtkapitale der unterentwickelten Länder der „Peripherie“ autark von den westlichen „Metropolen“ entwickeln sollen. Die politischen Schlußfolgerungen dieser Theorie waren ebenso simpel wie welthistorisch reaktionär: Um eine ökonomische Entwicklung zu ermöglichen, sollte der Einfluss „des Westens“ bekämpft werden und sich die unentwickelten Länder aus dem Netz des Weltmarktes weitgehend zurückziehen. Die heimische Bourgeoisie sollte danach beurteilt werden, mit welcher Seite sie es hielt, ob sie Statthalter des „tödlichen“ Einflusses „des Westens“ war oder sich am „sozialistischen“ China bzw. der Sowjetunion orientierte. Während einerseits die Etablierung einer manipulierten Demokratie durch die Neue Bourgeoisie propagiert wurde, wurden andererseits angebliche oder tatsächliche „Demokratiedefizite“ in den bürgerlich-liberalen Ländern „des Westens“ angeprangert, um die alte Bourgeoisie in diesen Ländern zu schikanieren. Zugleich wurde der Mangel an bürgerlichen Freiheiten wie Meinungs-, Presse-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit, die Marx und Engels zufolge eine Lebensbedingung für eine unabhängige Arbeiterbewegung sind, in den unterentwickelten kapitalistischen Ländern relativiert oder geflissentlich beschwiegen, denn diese Freiheiten seien mögliche Einfallstore der tödlichen Propaganda „des Westens“.

Im genannten Artikel konstatiert Konicz, was bereits überall bekannt ist: China ist „mittlerweile der mit Abstand größte Emittent von Treibhausgasen“. Daraus zieht er sofort die folgende Schlußfolgerung, mit der er den Unterschied zwischen der staatskapitalistischen und der privatkapitalistischen Produktionsweise einebnet: „Daran zeigt sich, dass Kapitalismus und Klimaschutz unvereinbar sind – nicht nur in Schwellenländern.“ Noch bevor er sich also überhaupt auf die Besonderheit der chinesischen Variante der kapitalistischen Produktionsweise einlässt, meint Konicz in einem abstrakten Antikapitalismus, wie er für die „Wertkritik“ typisch ist, zu wissen, dass „der Kapitalismus“ per se mit „dem Klimaschutz“ unvereinbar sei. Während außer Frage steht, dass die kapitalistische Produktionsweise aufgrund ihres Zwecks, der Akkumulation von Kapital, zwangsläufig die unaufhebbaren Naturbedingungen des gesellschaftlichen Seins untergräbt, ist die staatskapitalistische Produktionsweise der chinesischen Despotie doch keineswegs bloß hinsichtlich des globalen Klimas desaströs, sondern unter anderem auch in Bezug auf den Verbrauch endlicher Ressourcen sowie die Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung. Sie stellt die bislang zerstörerischste Form der kapitalistischen Produktionsweise dar, die in historisch einmaliger Geschwindigkeit und Dimension die Erde und den Arbeiter als „die beiden Springquellen alles Reichtums“[1] irreversibel zerstört. Im Kontrast zu dieser Wirklichkeit verkündet die chinesische Regierung propagandistisch unablässig, dass sie in den kommenden Jahren „erneuerbare Energien“ ausbauen werde, was auch von den direkten Apologeten dieser Despotie wie Christian Y. Schmidt, dem notorischen Speichellecker Xi Jinpings, fortwährend betont wird. Wie diese direkten Apologeten, so verschweigt auch Konicz in seiner indirekten Apologie, dass die chinesische Regierung ihr selbstgestecktes Ziel eines wirtschaftlichen Wachstums von 6 Prozent in den kommenden Jahrzehnten mit erneuerbaren Energien nicht einhalten und der Übergang zu diesen Energien nicht voluntaristisch durch den vom großen Vorsitzenden Xi Jingping mit eiserner Faust regierten chinesischen Polizei-, Gulag- und Überwachungsstaat erzwungen werden kann. Stattdessen weiß Konicz hinsichtlich des Ausbaus erneuerbarer Energien in China nur zu berichten, dass ihre enorme Zunahme der Nutzung der Kohlekraft „zum Trotz“ erfolge. Konicz, der sich nicht um die besonderen ökonomischen Verhältnisse Chinas kümmert, weil er alle Konkretion in seinem politische indifferenten, „wertkritischen“ Brei „der globalen Verwertungsmaschine“ ertränkt hat, zieht aus der nachholenden ökonomischen Entwicklung Chinas den Schluss, dass „gerade China als das mit Abstand erfolgreichste ehemalige Schwellenland die Unmöglichkeit nachholender kapitalistischer Modernisierung zu illustrieren“ scheint. Indem Konicz die Ziele der Theorien der nachholenden kapitalistischen Entwicklung mit der rapiden Zunahme des CO2-Ausstoßes der sich entwickelnden Schwellen- und Entwicklungsländer konfrontiert, scheint das Urteil über die Modernisierungstheorien gefällt zu sein: Der Weg kapitalistischer Entwicklung sei nicht gangbar. Konicz fragt weder danach, wie lange dieser Weg überhaupt gangbar ist noch nach den ökonomischen und politischen Besonderheiten dieser Länder, geschweige denn nach der Bedeutung der „kapitalistischen Modernisierung“ für die proletarische Revolution. Stattdessen wird wieder nur der rasante Anstieg ihrer CO2-Emissionen in einem abstrakten Antikapitalismus auf „den Kapitalismus“ abgeschoben.

Die direkten und indirekten Apologeten des Bourgeoissozialismus zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie geifern und vor Wut schäumen, wenn es um die „Verbrechen“, „Skandale“, die „grenzenlose, menschenmörderische Gier“ usw. des westlichen Privatkapitalismus geht. Ist die Rede hingegen von den staatskapitalistischen Despotien mit ihren Arbeitslagern, Foltergefängnissen, ihrer brutalen Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse und der Bauern, dann wandelt sich ihr Wort- und Tonfall. Mit bedächtiger Miene sprechen sie von „komplizierten“, „nicht einfach zu beurteilenden“, „ambivalenten Entwicklungen“, „komplexen Verhältnissen“ und „inneren Widersprüchen“. Sie verlieren ihr Urteilsvermögen und stellen stattdessen als kritische Kritiker bloß „Fragen“. Das Raunen ersetzt das Geifern und der kalte „Hyperrationalismus“ (Lukács) tritt an die Stelle der leidenschaftlichen Empörung über „die Ungerechtigkeit schlechthin“, die doch immer nur eine „des Westens“ sein soll. Die menschenmörderische Überausbeutung der chinesischen Arbeiterklasse, insbesondere ihres völlig entrechteten Wanderarbeiterelements, die Vergiftung der chinesischen Ackerböden, Gewässer und der Luft werden Konicz in seinem „wertkritischen“ Geraune zu „inneren Widersprüchen“, die „[d]as rasante […] Wachstums Chinas“ begleiten. Um ja nicht eine Sekunde bei der konkreten Untersuchung der gesellschaftlichen Verhältnisse Chinas verweilen zu müssen, springt er in „ideologiekritischer Weise“ sofort zum „Diskurs“ über: Wie reagiert die „westliche Öffentlichkeit“ auf die Naturzerstörung durch die chinesische Despotie? Zur Beantwortung dieser von ihm selbst aufgeworfenen Frage konstruiert Konicz eine falsche Alternative: „Zum einen wird der rasch zunehmende Impuls, China als einen geopolitischen Konkurrenten, gar als einen Feind zu betrachten, um eine ökologische Dimension erweitert, in der das bürgerliche Feindbild der »gelben Gefahr« mit der Sorge vor dem drohenden Klimakollaps amalgamiert. Zum anderen nehmen resignative Reaktionen zu, die unter Verweis auf die steigenden Emissionen in China und den Schwellenländern der Klimapolitik in den Zentren generell jeglichen Sinn absprechen – nur um weiterhin am fossilen Kapitalismus festzuhalten.“ Im Klartext: 1. Wer die chinesischen Staatslohnsklavenhalter kritisiert, der ist ein die „gelbe Gefahr“ an die Wand malender Rassist – womit Konicz exakt die Standardantwort reproduziert, welche die Ideologen der KPCh auf jede Kritik, vor der sich unter Verweis auf den angeblich per se „rassistischen“ Eurozentrismus „des Westens“ zu immunisieren versucht wird, an der chinesischen Despotie geben. 2. Die Klimaschutzbewegung solle doch bitte weiter so tun, als sei der Klimaschutz mit regionaler oder nationaler Kirchturmpolitik zu erreichen. Der in der deutschen Neuen Rechten beliebte Slogan „Merkel muss weg!“ soll also weiterhin um eine „ökologische Dimension“ bereichert werden.

Konicz‘ indirekte Apologie der KPCh-Diktatur über die chinesischen Bauern und das chinesische Proletariat nimmt im weiteren Verlauf des Artikels noch an Fahrt auf. Während er angesichts der angeblich bevorstehenden Apokalypse einer „finalen Zusammenbruchskrise“, von der die „Wertkritik“ in ihrem vulgärökonomischen Determinismus seit jeher orakelt, andernorts vordergründig das „sozialdemokratische Umverteilungsdenken“ kritisiert und sich zum kritischen Kritiker von „sozialdemokratischen Wortungetümen wie »Klimagerechtigkeit«“[2] aufschwingt, fordert Konicz selbst bourgeoissozialistisch Verteilungsgerechtigkeit, sobald es um die CO2-Emmissionen geht: „Demgegenüber gilt es festzustellen, dass die Emissionen von Klimagasen in der Bundesrepublik in Relation zur Bevölkerungszahl höher sind als in China.“ Konicz‘ bestenfalls ins politische Nichts laufender Moralismus wird aber weder Shanghai und Shenzen, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen und die Zentren der chinesischen Ökonomie bilden vor der Überschwemmung bei steigenden Temperaturen und auch nicht die für die chinesische Landwirtschaft entscheidende Nordchinesische Ebene, in der 400 Millionen Menschen leben, vor tödlichen Hitzewellen retten. Schließlich argumentiert Konicz, bei dem es mit der „linken Blödheit“ selbst nicht weit her ist, im Kern sogar rassistisch: „Diese imperiale Sichtweise, den raschen CO2-Anstieg in der Semiperipherie aus einem Zentrum des Weltsystems heraus zu kritisieren, wird vollends absurd, wenn die historischen Emissionen berücksichtigt werden: Chinas Ausstoß steigt erst seit rund zwei Dekaden rasant an, während Länder wie die BRD oder die USA ihren industriellen Take-off schon vor mehr als hundert Jahren hatten.“ Vielschreibenden Blubberköpfen wie Konicz fällt in ihrem ideologischen Eklektizismus natürlich nicht auf, dass seine für den dependenztheoretischen Begriff der „Metropolen“ stellvertretend stehende Rede vom „Zentrum des Weltsystems“ ursprünglich der sogenannten „Weltsystem-Theorie“ zugehört, die sich in den 1970er Jahren gerade in einer scheinbar kritischen, tatsächlich aber oberflächlichen Abkehr von der zuvor von Konicz bemühten „Dependenztheorie“ entwickelte. Es spielt all‘ dies auch keine Rolle. Konicz‘ Eklektizismus beliebiger Theorieversatzstücke, mit dem theoretische Tiefe vorgetäuscht werden soll, wo tatsächlich nur gähnende Leere herrscht, ist ideologischer Ausdruck seines Bourgeoissozialismus und notwendiger Bestandteil seiner indirekten China-Apologie. Wer China kritisiere und in den USA oder Deutschland lebe, der habe eine „imperiale Sichtweise“, weil er aus einem „Zentrum des Weltsystems“ die „Semiperipherie“ kritisiere und müsse daher gefälligst schweigen. Während die Treibhausgasemissionen hier also zur Frage der gerechten relativen Verteilung zwischen den verschiedenen Ländern eines „wertkritisch“ immer nur abstrakt gefassten „Kapitalismus“ werden, soll das Kriterium für die Kritik an der Naturzerstörung durch die chinesische Despotie nicht mehr der Wahrheitsgehalt der Kritik selbst, sondern ihr Sprechort sein – womit Konicz in den identitätspolitischen Antirassismus der postmodernen Linken zurückfällt, der seinem Wesen nach selbst rassistisch ist. Der, wie ein klassischer Rassist sagen würde, „Neger besitzt keine Vernunft“, wird hier zur Entzückung von Xi Jingping einfach umgekehrt: Menschen aus dem „Zentrum des Weltsystems“ sollen angesichts der gravierenden Naturzerstörung durch die staatskapitalistische Produktionsweise in China keine Vernunft anmelden, weil sie damit eine „imperiale Sichtweise“ vertreten würden. Allerdings ist es hier nicht die Biologie, sondern die Soziologie, deren „Analyse“ die moralische Erhabenheit oder Niedertracht der Exemplare sozialer Kollektive verbürgen soll. So läuft auch Konicz‘ soziologisch-moralische „Rassen“theorie darauf hinaus, das seinem Klasseninhalt nach internationale Proletariat gegeneinander auszuspielen: Bei Konicz haben die Arbeiter ein Vaterland und wenn es in einem „Zentrum des Weltsystems“ liegt, dann sollen sie zur Knechtung ihrer chinesischen Klassengenossen und zur Zerstörung der Bedingungen menschlichen Lebens auf der Erde schweigen. Sie sollen nicht alle zur Verfügung stehenden politischen Mittel nutzen, um mitzuhelfen, die Kampfbedingungen des chinesischen Proletariats und der chinesischen Bauern zu verbessern – und damit zugleich sich selbst helfen. Sie sollen lieber in scheinbar moralischer Reinheit als „schöne Seelen“ (Hegel) untergehen, als mit allen politischen Kräften, zuvorderst mit der westlichen Bourgeoisie Bündnisse einzugehen, um für die Erringung des besten Terrains für die Emanzipation des Proletariats und die Beendigung der Zerstörung der Springquellen allen Reichtums zu kämpfen. Konicz muss großes Vertrauen in die chinesische KPCh haben, die er nie beim Namen nennt, sondern stattdessen abstrakt von einer „Staatsoligarchie“ spricht. Oder aber er glaubt an den großen Sprung der „Arbeiter aller Länder“ aus dem Nichts in „den Sozialismus“. Ganz ohne alle Politik, ohne Strategie und Taktik, aufgrund der zuhause am PC gewonnen einfachen Einsicht in die „fetischistische Irrationalität“ eines abstrakt gefassten „Kapitalismus“, also durch den alten lächerlichen Appell der „Wertkritik“, der Ausdruck ihres voluntaristischen Stirnerianismus ist, soll ein magischer Sprung in das ferne Jenseits eines „Postkapitalismus“ erfolgen: „Arbeiter aller Länder, macht Schluss“ bzw. „der Letzte macht das Licht aus“.

Als „Wirtschaftsjournalist“ hat Konicz nichts zu bieten, was über die gewöhnliche Presseinformation hinausgeht. Als „wertkritischer“ Pfaffe bzw. Imam hat er jedoch selbstverständlich Gruselgeschichten und Verbote im Gepäck: „Es ist ökologischer Wahnsinn, die kapitalistische Modernisierung der Schwellenländer zu forcieren – und es verbietet sich zugleich für die Öffentlichkeit in den alten Wohlstandszentren, den Schwellenländern ihr Recht auf ein ökonomisches Aufschließen streitig zu machen.“ Kurz: Die Verwüstung der Springquellen allen Reichtums, der Erde und des Arbeiters, soll bitte nicht stattfinden, aber sofern wir das Pech haben, am falschen Ort, nämlich in einem „Zentrum des Weltsystems“ geboren zu sein, dürfen wir nichts dagegen tun. Dies ist eine schöpferische Anwendung der Doktrin der Nichteinmischung der KPCh durch Tomasz Konicz. In der theoretischen Tradition der Dependenztheorie und als politischer Fan der YPG, des syrischen Ablegers der PKK, plädiert er reaktionärerweise für lokale, regionale und nationale Abgeschiedenheit: „Die offen zutage tretende ökologische Absurdität, Waren in Schwellenländern zu fertigen, um sie danach über den halben Globus zu transportieren, illustriert hingegen die grundlegende Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Klimaschutz, die gerade an diesem Beispiel besonders krass hervortritt.“ Die entscheidende Frage, ob die internationale Arbeitsteilung im Weltmaßstab denn immer ökologisch absurd sein muss, oder dies womöglich gegenwärtig nur aufgrund ihrer spezifisch kapitalistischen Form ist, kann Konicz also nicht stellen, da sie ihm bereits beantwortet ist. Zum Schluss seiner China-Apologie muss Konicz, sei es um Zeilengeld zu schinden oder um die angebliche Unterschiedslosigkeit zwischen dem östlichen und dem westlichen „Kapitalismus“ dem Leser einzuhämmern, noch ein paar wertkritische Dogmen, die das für den Bourgeoissozialismus typische dualistische Verhältnis von Abstraktem und Konkretem beinhalten, herunterrattern: „Für das real-abstrakte Kapitalverhältnis stellt die konkrete Welt nur ein notwendiges Durchgangsstadium dar, um immer größere Quanta abstrakter Lohnarbeit mittels Warenproduktion zu akkumulieren.“ An einer solchen Formulierung zeigt sich, dass sich die „Wertkritik“ nicht die Mühe macht, ihren Gegenstand konkret zu analysieren und zu begreifen. Stattdessen klappert sie mit dürren Phrasen („fetischistische, irrationale Eigendynamik der Wertvergesellschaftung“, „reale Metaphysik des Werts“, „real-abstrakte ökonomische Kategorien“, „wahnsinnige, amoklaufende Verwertungsdynamik“ usw.), die zum vortäuschenden Schein der Plausibilät mit soziologisch verbrämten Inhalten gefüllt werden, schematisch herum. Die reale Welt ist der „Wertkritik“ immer nur ein profanes Mittel zum „Beweis“ ihrer doktrinären Theorie, deren abstrakte Phrasen überall dem konkreten Gegenstand übergestülpt werden, anstatt Kategorien als Ausdrücke konkreter „Daseinsformen, Existenzbestimmungen“[3] der Wirklichkeit zu begreifen. Die Wertkritik sitzt selbst den Fetischismen der kapitalistischen Reichtumsformen auf, indem sie diese verselbständigten ökonomischen Formen von der gesellschaftlichen Praxis der Menschen abschneidet und in den Bewegungen jener Formen nur ein Teufelswerk irrealer Gestalten sieht, das die Menschen wie ein magischer Bann befällt. Indem sie den untrennbaren Zusammenhang zwischen der Kritik der politischen Ökonomie und der materialistischen Geschichtsauffassung von Marx und Engels zerreißt, fällt sie in fetischistisch verkehrte Bewußtseinsformen zurück, die ironischerweise als „kritische“ Überwindung von Marx bzw. dessen angeblich „exoterischem“ Teil und des „traditionellen Arbeiterbewegungsmarxismus“ ausgegeben werden. Damit ist ihr von vornherein ein materialistischer Zugang zur Geschichte versperrt, die stattdessen in einer negativen Geschichtsteleologie auf die Durchsetzung falsch verstandener Fetischformen zusammengezurrt wird, an deren Ende eine „finale Zusammenbruchskrise“ stehen soll.  Umgekehrt wird mit dem Überstülpen „fundamental wertkritischer“ Phrasen auf den konkreten Gegenstand die Wirklichkeit diesen dürren Phrasen gemäß ideologisch zurechtgestutzt, kann also in ihrer seinsmäßigen Komplexität als konkrete Totalität nicht mehr erfasst werden. Daher kommt die „Wertkritik“ auch ständig zu falschen Auffassungen des gesellschaftlichen Seins überhaupt und der bürgerlichen Gesellschaft im Besonderen. So behauptet sie etwa, dass Arbeit eine rein kapitalistische Kategorie sei und es aufgrund einer angeblich „vierten technologischen Revolution“ im Zuge der „Digitalisierung“ zu einem „Ende der Arbeit“ komme, das aufgrund eines „Abschmelzens“ der Arbeit als Wertsubstanz zum „finalen Zusammenbruch“ der kapitalistischen Produktionsweise führen müsse. Da sie in ihrer negativen Geschichtsteleologie schon seit Jahrzehnten diese Apokalypse prophezeit, der „finale Zusammenbruch“ aber immer noch auf sich warten lässt, muss sie ihren Kritikern stets ein „Wartet mal ab!“ zurufen. Ganz diesem „wertkritischen“ Mythos verpflichtet, der ebenso theoretisch unhaltbar ist wie er sich empirisch längst blamiert hat, behauptet auch Konicz anderenorts, dass die finale „Systemkrise“ ein „historischer Prozess zunehmender innerer Widerspruchsentfaltung des Kapitals [sei], dass [sic!] sich […] seiner eigenen Substanz, der wertbildenden Arbeit entledigt und sowohl eine ökonomisch überflüssige Menschheit als auch eine ökologisch verwüstete Welt hineinlässt.“[4] Ebenso tradiert er das von Rudolf Hilferding mit seiner „Finanzkapitaltheorie“ begründete und in der „Wertkritik“ verbreitete, latent antisemitische Märchen vom internationalen Kapital, das ohne jede territoriale Verwurzelung im Rahmen eines nationalen Gesamtkapitals über den Globus husche: „Auf globaler Ebene bildet das Kapital marktvermittelt [?] eine Eigendynamik höchstmöglicher [?] Selbstverwertung aus, die blind ist gegenüber den sozialen und ökologischen Folgen ihrer Verwertungsbewegung. Die ganze kapitalistische Gesellschaft hängt – in Gestalt von Steuern und Löhnen – sozusagen am Tropf dieses fetischistischen Verbrennungsprozesses, bei dem Rohstoffe und Energie mittels Lohnarbeit (der Substanz des Kapitals) verfeuert werden, um in einem uferlosen Kreislauf aus Geld mehr Geld zu machen.“ Abgesehen davon, dass nicht Lohnarbeit per se die „Substanz des Kapitals“ bildet, sondern vom Standpunkt des Kapitals aus nur Lohnarbeit produktiv ist, die sich im Mehrwert vergegenständlicht, kann dieser Feuerredner Kleinigkeiten wie die wachsende Gebrauchswerteproduktion da schon mal vergessen. Anstatt, wie es Marx mit seiner Kritik der politischen Ökonomie geleistet hat, die objektiven Bedingungen für eine proletarische Revolution zu eruieren, indem durch eine wissenschaftliche Kritik der kapitalistischen Produktionsweise nüchtern die „Bildungselemente einer neuen und die Umwälzungsmomente der alten Gesellschaf“[5] festgestellt werden, ergeht sich Konicz lieber in der „wertkritischen“ Phrase vom „Wahnsinn des fossilen Kapitalismus [?]“, der „einer irrationalen Methode“ gehorche.

China nun wird von Konicz letztlich zum bloßen Opfer dieser „Logik“ oder „Methode“ erklärt, deren Zentrum, wie wir von ihm erfahren haben, „im Westen“ liegt: „Das staatskapitalistische China musste die Wirtschaft wieder hochfahren, auch wenn hierbei die Klimakrise ausgeblendet wird, da ansonsten der soziale Kollaps einer Gesellschaftsformation droht, die nur Medium einer buchstäblich Amok laufenden Verwertungsdynamik ist – diese tatsächlich gegebenen ökonomischen Sachzwänge lassen den oben genannten fundamentalen Widerspruch zwischen Kapital und Klima, den man in den Zentren noch mittels grüner Modernisierungsidologie ignorieren kann, in den Schwellenländern offen zutage treten: ökonomischer Zusammenbruch jetzt oder Klimakollaps später. Darauf reduziert sich faktisch der Spielraum politischer Funktionsträger in Schwellen- wie Industrieländern im aktuellen Krisenschub, in dem die ökonomischen und ökologischen Momente offen ineinandergreifen.“ Gleiches hätte Konicz auch von den modernen chinesischen Gluags für die ethnisch-religiöse Minderheit der Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang schreiben können: Totalunterwerfung oder Zusammenbruch, ihr „im Westen“ – das müsst ihr doch verstehen! –habt da schön reden. „Die Chinesen“ können eben einfach nicht anders. In Anspielung auf die Shoah, woran sich unter anderem der Wandel der manipulierten Sprache der Neuen Bourgeoisie zeigt, raunt Konicz vom „ganze[n] Vernichtungspotenzial, mit dem der Spätkapitalismus schwanger geht“, das „eigentlich schon an der Ware als der »Elementarform« kapitalistischen Reichtums (Marx) deutlich [werde], bei der der Gebrauchswert nur als Träger des Werts von Belang ist und wo die konkrete, mittels Energie, Rohstoffen und Arbeitseinsatz geschaffene stoffliche Beschaffenheit des Warenkörpers nur zur Realisierung des real-abstrakten Mehrwerts (also des in dem Warenkörper vergegenständlichten Quantums gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit) mittels Marktverkauf dient. Die Folge: Je größer die konkurrenzvermittelte Steigerung der Produktivität, desto geringer die in den einzelnen Warenkörper eingehende abstrakte Arbeitszeit als dessen Wertsubstanz, desto größer der Zwang, mehr Waren abzusetzen, um dasselbe Quantum Kapital zu verwerten. Da Lohnarbeit die Substanz des Kapitals bildet, lässt steigende Produktivität somit den Verbrennungshunger der globalen kapitalistischen Mehrwertmaschine ansteigen.“ Abgesehen vom heillosen Blödsinn, dass der von Konicz in einer ricardianischen Werttheorie rein quantitativ gefasste Mehrwert eine vergegenständlichte Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit darstelle, obwohl er im Gegenteil gerade die Vergegenständlichung der in unbezahlter Mehrarbeit geleisteten lebendigen Arbeit der unmittelbaren Produzenten ist, besteht die Substanz des Werts nicht in „abstrakter Arbeitszeit“, sondern in der abstrakt menschlichen Arbeit als qualitativer Bestimmung des Werts, dessen quantitative Bestimmung in der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit besteht. Auch ist der Gebrauchswert in der kapitalistischen Produktionsweise keinesfalls „nur als Träger des Werts von Belang“, sondern bildet stets den stofflichen Inhalt des Reichtums, unabhängig von dessen bestimmter gesellschaftlicher Form. In der kapitalistischen Produktionsweise bildet er darüber hinaus als gesellschaftlicher Gebrauchswert zugleich den Träger des Werts. Allein der Begriff des „Tauschwerts“ der Ware, die für Konicz bereits die Keimzelle für das „Vernichtungspotenzial“ eines ominösen „Spätkapitalismus“ darstellt, ist in Wirklichkeit bereits ein historischer Fortschritt, weil er nicht nur das natürliche Dasein der nützlichen Dinge für den Menschen wie der Begriff des „Gebrauchswerts“, sondern als „auf das Wort Wert = Gebrauchswert gepfropfte Bedeutung“ im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung „das gesellschaftliche Dasein der Dinge“[6] ausdrückt. Indem er behauptet, dass der Gebrauchswert in der kapitalistischen Produktionsweise „nur als Träger des Werts von Belang“ sei, beklagt Konicz in seiner „wertkritischen“ Sentimentalität, dass die Produktion als solche ja gar nicht den Zweck darstelle. Er weiß nicht, „daß Produktion um der Produktion halber nichts heißt, als Entwicklung der menschlichen Produktivkräfte, also Entwicklung des Reichtums der menschlichen Natur als Selbstzweck“ und „zusammenfällt mit der Entwicklung des einzelnen Individuums“, auch wenn sich in der kapitalistischen Produktionsweise die Entwicklung der menschlichen Gattung antagonistisch auf Kosten der Entwicklung der einzelnen Individuen vollzieht.[7] Es kommt gerade darauf an, diesen für die kapitalistische Produktionsweise charakteristischen Antagonismus auf der Grundlage der von ihr selbst hervorgebrachten Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit und des Potentials des einzelnen Individuums zur freien Entfaltung seiner Individualität aufzuheben, indem die Arbeiter als unmittelbare Produzenten des gesellschaftlichen Reichtums durch die Aneignung der von ihnen getrennten Produktions- und Lebensmittel das kapitalistische Privateigentum zugunsten des gesellschaftlichen Gemeineigentums aufheben. Erst durch die von Konicz als „Amok“, „Wahnsinn“ usw. denunzierte und mystifizierte Produktion und Akkumulation des Kapitals, als Produktion um der Produktion und Akkumulation um der Akkumulation willen, werden also die objektiven und subjektiven Bedingungen für eine kommunistische Gesellschaft als historisch gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft höher entwickelte Formation hervorgebracht. Von diesen Bedingungen abzusehen, wie es unserem „wertkritischen“ Antiimperialisten beliebt, führt zwangsläufig dazu, diese höhere Gesellschaftsformation zu einem fixen utopischen Ideal zu verklären. Man sieht also: „Wertkritiker“ wie Konicz nehmen in ihrem blindwütigen Phrasengedresche zwar scheinbare Anleihen an der Kritik der politischen Ökonomie von Marx, entstellen und entwenden aber diese Kritik bis zur Unkenntlichkeit, ja sogar bis in ihr Gegenteil. Letztlich geht es ihnen darum, „kleine Brötchen backen“ zu lassen und die von ihnen historisch reaktionär angestrebte Mangelwirtschaft mit „öko-sozialistischer“ Moral zu kompensieren und dem Publikum schmackhaft zu machen.

Was aber hat Konicz nun politisch als Schlussfolgerung zu bieten? Nicht mehr als eine „auch für viele realpolitisch orientierte Linke unbequeme Wahrheit: Eine nachhaltige Entwicklung der Peripherie des Weltsystems, eine globale Angleichung der Lebensverhältnisse, wäre nur jenseits [i.e. im „wertkritischen“ Himmelreich] des Kapitals denkbar – in einem postkapitalistischen [?] Weltsystem, wo die bewusste Gestaltung der gesellschaftlichen Reproduktion nicht mehr den Amok laufenden »Märkten« zu gehorchen hätte, sondern sich auf die globale Bekämpfung der Spätfolgen der kapitalistischen Klimakrise konzentrieren würde. Das mag sich angesichts der spätkapitalistischen Realitäten illusorisch anhören, aber die Überführung des Kapitals in die Geschichte [in der negativen Geschichtsteleologie der „Wertkritik“ ist Geschichte immer nur die vergangene], die auch die Befreiung der menschlichen Bedürfnisse aus dem Zwangskorsett der Warenform [?] beinhalten müsste, ist angesichts der dargelegten inneren Widersprüche der fetischistischen Kapitaldynamik die Conditio sine qua non des Zivilisationsprozesses im 21. Jahrhundert. Dies ist kein radikaler Voluntarismus, sondern die Einsicht in eine Überlebensnotwendigkeit. Die Überwindung des kapitalistischen Sachzwang-Regimes stellt somit den letzten Sachzwang dar, den das Kapital in seiner Agonie errichtet.“ In diesem phraseologischen Geblubber zeigt sich die letzte politische Konsequenz der „Wertkritik“, die zwischen einem idealistischen Utopismus und realpolitischem Reformismus schwankt, weil sie von einer eigenständigen Innen- und Außenpolitik der national verfassten Arbeiterklassen als „revolutionärer Realpolitik“ (Lukács/ Luxemburg) und einer modernen kommunistischen Revolution des internationalen Proletariats nichts mehr wissen will: Während in einem „radikalen Voluntarismus“, von dem sich zur vorsorglichen Immunisierung vor Kritik schon einmal formell abgegrenzt wird, ein „postkapitalistisches Weltsystem“ gegen den angeblichen „Amok“ der staatssozialistisch verfemten „Märkte“ in der Tat als „illusorische“ Alternative eines Nichts „jenseits des Kapitals“ vom Himmel fallen soll, bleibt als konkrete politische Handlungsempfehlung in einem Wort nur noch Folgendes übrig: Die hiesige utopische Linke, der in einem für die indirekte Apologie der staatskapitalistischen Despotie Chinas wesentlichen Dualismus die „realpolitische“ Linke entgegengestellt wird, soll den Endkampf gegen „den Kapitalismus“ im Westen führen. Am besten bleibt sie national borniert. Andernfalls macht sie sich des Rassismus schuldig, schließlich hat sie den Sprechort „Zentrum des Weltsystems“. Vor allem die Kommunisten in der Tradition von Marx und Engels sollen die chinesische Despotie nicht kritisieren oder bei ihrem Griff nach der Weltmacht stören. Die chinesische Diktatur über das Proletariat spielt hier keine Rolle. Konicz wäre, schriebe er in China gegen die KP-Despotie, längst „verschwunden“, wie z.B. die zahlreichen Journalisten und anderen chinesischen Bürger, die auf den Ausbruch des Coronavirus in Wuhan aufmerksam gemacht und diesen zu dokumentieren versucht haben. Ob er zugeben kann, dass die objektiven und subjektiven Bedingungen der revolutionären Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise, von denen Konicz zugunsten seines „wertkritischen“ Phrasengedresches absieht, in den USA und Westeuropa unvergleichlich besser sind als in China oder Russland? Wie soll der ökologisch zerstörerische Kurs der chinesischen Ökonomie, der tatsächlich angemessen als „Amok“ umschrieben werden kann, gestoppt werden, ohne eine Revolution der chinesischen Arbeiter und Bauern gegen die staatskapitalistische Despotie in China? Und kann die KPCh vernichtet werden, wenn ihre monströse Diktatur weiter existiert? Auf all‘ diese Fragen weiß Konicz nicht nur keine Antwort, sondern er stellt sie interessierterweise nicht einmal. Sie würden seinen „wertkritisch“ modernisierten Antiimperialismus, in dem er die chinesische Despotie indirekt apologisiert, ins Wanken bringen.


[1] MEW 23, S. 530.

[2] Tomasz Konicz: Der linke Blödheitskoeffizient. Dummheit ist der beste Verbündete des linken Opportunismus – dies macht der aktuelle Krisenschub mal wider [sic!] evident, https://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=aktuelles&index=0&posnr=749.

[3] MEW 13, S. 637.

[4] Tomasz Konicz: Der linke Blödheitskoeffizient, a.a.O.

[5] MEW 23, S. 526.

[6] MEW 26.3, S. 291.

[7] MEW 26.2, S. 111.